Häufige Fragen
Alles Wichtige zur pauschaldotierten Unterstützungskasse
Grundlagen
Was ist eine Unterstützungskasse?
Eine eigenständige Versorgungseinrichtung (meist e.V.), die Ihr Unternehmen gründet oder der es beitritt. Sie ist einer von fünf gesetzlichen Durchführungswegen der bAV — mit eigenem Vermögen, eigener Satzung und erheblichen steuerlichen Vorteilen.
Was bedeutet "pauschaldotiert"?
Bei einer pauschaldotierten UK wird das Kassenvermögen frei angelegt — nicht 1:1 in eine Lebensversicherung. Das Unternehmen überweist Beiträge, die UK entscheidet nach Anlagerichtlinien, wie investiert wird: z.B. als Darlehen an das eigene Unternehmen, in Immobilien oder in Wertpapiere.
Warum nicht einfach eine Direktversicherung?
Die Direktversicherung ist der einfachste Weg — aber auch der mit den engsten Grenzen: Max. 8.112 €/Jahr steuerfrei, Geld fließt unwiderruflich zum Versicherer, keine freie Kapitalanlage. Die UK bietet unbegrenzte Betriebsausgaben, Darlehen zurück ins Unternehmen und freie Kapitalanlage.
Für welche Unternehmen eignet sich die UK?
Prinzipiell für jede Unternehmensform. Besonders sinnvoll für mittelständische Unternehmen mit stabilen Erträgen, GGF die über die DV-Grenzen hinaus fördern wollen, Unternehmen die Liquidität halten möchten, und Unternehmer die eine Nachfolgeregelung planen.
Kosten & Steuer
Was kostet die UK den Arbeitgeber?
Zuwendungen an die UK sind vollständig als Betriebsausgaben absetzbar (§4d EStG) — ohne Obergrenze. Verwaltungskosten: Eigene UK 5.000–15.000 € Einrichtung + 100–500 €/MA/Jahr. Gruppen-UK: 1.000–5.000 € + 50–150 €/MA/Jahr.
Wie viel Steuern spare ich konkret?
Bei einem Steuersatz von ca. 30% (KSt + GewSt) spart Ihr Unternehmen 30 Cent pro investiertem Euro. Beispiel: 100.000 € Jahreszuwendung → ca. 30.000 € Steuerersparnis. Fließt das Geld als Darlehen zurück, haben Sie die Liquidität weiterhin im Unternehmen.
Fällt Pauschalsteuer an?
Nein. Die Pauschalsteuer nach §40b EStG betrifft nur Pensionskassen und Direktversicherungen (Altverträge vor 2005). Bei der Unterstützungskasse fällt keine Pauschalsteuer an.
Gibt es Obergrenzen für die Beiträge?
Die §4d-Grenzen sind großzügig: 25% der zugesagten Jahresrente pro Anwärter, Kassenvermögen bis zum 8-Fachen der Jahreszuwendung, übersteigende Beträge auf 3 Folgejahre vortragbar. Deutlich mehr Spielraum als 8.112 €/Jahr bei der Direktversicherung.
Liquidität & Finanzierung
Ist mein Geld nach Einzahlung in die UK weg?
Nein — das ist der größte Unterschied zur Direktversicherung. Bei einer pdUK können 50-70% der Mittel als Darlehen im Unternehmen bleiben. Steuerlich abgeflossen, wirtschaftlich verfügbar.
Wie funktioniert das Darlehen?
1. Unternehmen zahlt Beiträge an die UK (Betriebsausgabe). 2. UK legt Vermögen als Darlehen beim Unternehmen an. 3. Unternehmen zahlt fremdübliche Zinsen an die UK. 4. UK ist körperschaftsteuerbefreit — Zinserträge sind steuerfrei.
Kann die UK Immobilien kaufen?
Ja. Die UK kann z.B. Ihr Betriebsgebäude erwerben und an Ihr Unternehmen vermieten. Mieteinnahmen der UK sind körperschaftsteuerfrei (§5 KStG). Ihre Mietzahlungen sind Betriebsausgaben.
Kann ich die UK für den Unternehmensverkauf nutzen?
Ja. Die UK kann dem Nachfolger ein Darlehen zur Kaufpreisfinanzierung geben. Sie erhalten den Kaufpreis sofort, der Nachfolger tilgt aus künftigen Gewinnen. Keine Bank nötig.
Risiken & Sicherheit
Was passiert bei Insolvenz?
Der Pensions-Sicherungs-Verein (PSVaG) übernimmt unverfallbare Versorgungsansprüche — bis max. 11.865 €/Monat. Wichtig: Beherrschende GGF sind vom PSV-Schutz ausgeschlossen.
Wer haftet, wenn das UK-Vermögen nicht reicht?
Der Arbeitgeber — unbegrenzt (Subsidiärhaftung, §1 BetrAVG). Gegenmaßnahmen: Beitragsorientierte Leistungszusage, konservative Dotierung, jährliches versicherungsmathematisches Gutachten.
Ist das Darlehen ans eigene Unternehmen riskant?
Das Klumpenrisiko ist das größte strukturelle Risiko. Empfehlung: Max. 50-70% als Darlehen, Rest diversifiziert anlegen. Schriftliche Anlagerichtlinien und regelmäßiges Monitoring durch den Rentenberater.
Auszahlung & Mitarbeiter
Wie wird die Auszahlung besteuert?
Auszahlungen sind voll einkommensteuerpflichtig (§22 EStG) + SolZ. Gesetzlich Krankenversicherte zahlen KV/PV-Beiträge. Privat Versicherte: keine KV/PV-Abzüge auf die bAV-Auszahlung.
Einmalzahlung oder Ratenzahlung?
Einmalzahlung: Hoher Steuersatz durch Progression. Ratenzahlung (z.B. 5 Jahre): Niedrigerer Durchschnitts-Steuersatz. Unser bAV-Tool berechnet beide Varianten mit dem konkreten Netto-Vorteil.
Wie hoch ist die SV-Freigrenze?
Bis 4% der BBG RV/ALV sind sozialversicherungsfrei: 4.056 €/Jahr bzw. 338 €/Monat (2026). Beiträge darüber sind voll SV-pflichtig.
Muss der AG einen Zuschuss zahlen?
Der 15%-AG-Pflichtzuschuss gilt nur für Direktversicherung, Pensionskasse und Pensionsfonds. Für die Unterstützungskasse gibt es keine gesetzliche Zuschusspflicht.
Weitere Fragen?
Wir beantworten Ihre Fragen gerne persönlich — im kostenlosen Erstgespräch.
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